KARA   ZEN-KARATE: Interessengemeinschaft Traditionelle Kampfkunst
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Kara-Te-Do
KARA-TE-DO
 

KARATE-DO: Der Weg der leeren Hand

Inhalte des Trainings und deren Hintergründe

 

Die Begrüssung

Das Karate-Training beginnt und endet mit dem Begrüßungszeremoniell. Die Meditation beginnt mit "Mokuso" (Mokuso=Konzentriere Dich!) und endet mit "Yame" (Yame=Ende).

In dieser Zeit werden die Augen geschlossen, das Einatmen erfolgt durch die Nase und das Ausatmen durch den Mund, langsam, tief, gleichmässig und ohne Anstrengung bis in den Bauch. Dabei soll der Kopf leer gemacht werden, an nichts denken.

Die Meditation dient der gedanklichen Lösung vom Alltäglichen, wodurch das Karate-Training nur behindert würde.

Anschliessend verneigen sich Schüler und Lehrer gemeinsam vor der Idee, die Kampfkunst Karate erlernen zu dürfen. Nur die gegenseitige Akzeptanz von Lehrer und Schüler ermöglicht den Beginn eines für beide Seiten langen, harten und mühsamen Weges.

Rei
REI
Mokuso
MOKUSO
 

Das Dojo

Das Dojo ist nicht nur eine Trainingsstätte, sondern vielmehr der Ort zum Begreifen des Weges. Die Übersetzung des japanischen Wortes "Dojo" bezeichnet sinngemäß "den Ort zum Üben des Weges" (Do = Weg, Jo = Ort).

Hier versucht man die Kraft zu finden, sich selbst zu bezwingen, und nicht wie allgemein vermutet, andere zu besiegen.

Do
DO
 

Kara

Im Karatetraining wird versucht, den Körper in bestimmte physische Bewegungsmuster zu zwingen. Um dies zu ermöglichen, ist eine geistige Bereitschaft und Dominanz notwendig, um die Übungen auch dann auszuführen, wenn aufgrund des physischen Erschöpfungszustandes der Körper eigentlich dazu nicht mehr in der Lage ist. So werden physische und mentale Grenzen verschoben. Die Dominanz der geistigen Kräfte spielt hierbei die entscheidende Rolle.

Die Kampfkunst Karate besteht aus heutiger Sicht nicht im stupiden Zuschlagen mit der Faust oder dem Fuß, sondern dem Ausnutzen der geistigen Fähigkeiten, die man hierbei erlernen kann. Die geistige Bereitschaft ist dabei wichtiger als bestimmte körperliche Voraussetzungen.

Deshalb absolvieren die Karateschüler unseres Vereins als erste Übung das Aufsticken des Zeichen "Kara" im Symbol der aufgehenden Sonne auf ihren Karate-Anzug (Karate-Gi) als Zeichen ihrer Bereitschaft, die Kampfkunst Karate erlernen zu wollen.

Kara bedeutet "leer", bereit sich Wissen anzueignen, so wie der Sinn eines Gefässes seine Leere ist, um sich füllen zu lassen.

Kara
KARA
 

Anfänger-Training

Themen des Anfängertrainings sind:

  • Ausbildung notwendiger physischer Voraussetzungen,
  • Kennenlernen der Karatetechniken in Praxis und(!) Theorie,
  • die Anwendung der Karatetechniken in der Bewegung,
  • sowie das Training mit dem Partner.

Die Ausbildung unterteilt sich hierbei in Abschnitte, um Anfängern das Erlernen der Grundschultechniken als Basis dieser komplexen Kampfkunst begreiflich zu machen.

Das Üben der Grundschule (Kihon) ist das Erlernen und Begreifen korrekter Bewegungsmuster, um in der Anwendung die Ebene der bewussten Gedanken verlassen zu können. Die Gedanken wie eine Technik funktioniert wären ein Widerstand in ihrer optimalen Anwendung. Erst tausendmaliges Üben lässt eine Karate-Technik reflexartig werden, ohne dass ein sonst notwendiges Nachdenken die Ausführung der Technik behindert.

 

Kumite (Partnerkampf)

Das Trainieren an einem Partner ist anders zu bewerten als das "Besiegen wollen" eines Gegners. Ein Trainingsgerät, welches konsequent zum Reagieren zwingt, setzt korrektes Funktionieren voraus. Ein Karatekämpfer, der beim Training mit dem Partner zum Schein angreift, erlernt weder die Abwehr- noch die Angriffsbewegung.

Hara
Mittels ernsthafter Angriffstechniken geschieht eine Konfrontation mit den Schutzgefühlen unseres Körpers, wie zum Beispiel Angst. Angst erhöht die Leistungsfähigkeit unseres Körpers, so dass sie als zusätzlicher Faktor eine Karate-Technik begünstigt. Deshalb ist es nicht korrekt, Karate als eine rein körperliche Tätigkeit abzutun.
 

Theorieunterricht

Das Erlernen eines Handwerks, wie es die Kampfkunst Karate darstellt, ist ohne theoretische Ausbildung in seiner Effektivität eingeschränkt. Tätigkeiten werden logischer, wenn die Theorie den Hintergrund bildet. Das Training des Körpers setzt voraus, diesen richtig zu kennen. Deshalb muss ein Teil der Theorieausbildung auch Grundkenntnisse der menschlichen Anatomie behandeln. Die Eingrenzung einer Karatetechnik in ideale Geschwindigkeitsfaktoren, die ebenso Gegenstand des Theorieunterrichts darstellen, lässt das Heranarbeiten an die nie zu erreichende Perfektion als einen unendlich langen Weg erscheinen.

 

Fortgeschrittenen-Training

In diesem Training sind unter anderem als Themen für die höheren Farbgurte (ab Grün) enthalten:

 

Waffentraining

Das Arbeiten mit traditionellen Waffen(Schwert, Bo, Kurzstöcke, Tonfa, Sai, Schmetterlingsmesser, Ringe, Kette, Vase) ermöglicht eine spezielle Entwicklung der fehlenden Fertigkeiten von natürlichen Bewegungsmustern. Im Laufe der Ausbildung können die immer präziser werdenden Waffenträger zum Kämpfen mit unbewaffneten Gegnern verwandt werden. Im Karate ist der Kampf gegen mehrere bewaffnete Gegner die anfägliche Demonstration der Einheit von Körper und Geist. Somit wäre die Kunst des Kämpfens mit "leerer Hand" idealisiert die eigentliche Bedeutung des Karate-Do.

 

Bruchteste

Die Anwendung der Grundschultechniken bis zum Schwarzgurt in Form von Bruchtesten ist weiterer Bestandteil der Ausbildung und dient zum Erhalt der Theorie.

 

Karate-Do

Karate-Trainig, welches die Gedanken der Schüler und Lehrer nicht verändert, so dass es eine Lebensphilosophie wird, macht es als körperliches Training uninteressant. Die Waffen des Lebens liegen nicht mehr in der Anwendung physischer Fähigkeiten. Der Kampf findet auf geistiger Ebene statt, und kann deshalb von Willensstärke, Konsequenz und der Aneignung persönlicher Prinzipien diktiert werden.

Yoko-Tobi-Geri
Yoko-Tobi-Geri
 
                  
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